Natur und Freizeit

Marburgs Kernstadtgebiet wird im Osten durch die bewaldeten Lahnberge begrenzt. Die Berge im Westen sind mit dem Schloss und der Altstadt bebaut und bewohnt; dahinter liegen der Stadtwald und der Wehrdaer Wald. Im Norden und im Süden werden die Ebenen im Lahntal vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Durch Marburg fließt die Lahn; im Stadtgebiet ist diese nicht schiffbar. Durch die Innenstadt führt ein Lahnnebenarm, der am Wehrdaer Wehr beginnt und in der Mitte der Uferstraße wieder in den Hauptlauf mündet.

Im Bereich des Südviertels teilt sich die Lahn ein zweites Mal und bildet hier eine kleine Insel (Auf der Weide). Im Stadtbereich wurden durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren die Lahnwiesen teilweise in Lahnauen zurückverwandelt. In die Lahn münden zahlreiche kleinere Bäche; die bekanntesten sind der Ketzerbach und der Gefällebach. Über die Lahnberge zieht sich ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen, der überörtliche Lahnwanderweg bietet vom Marburger Rücken aus Panoramablicke in die Täler. Im Norden und Süden befinden sich in Lahnnähe Baggerseen, die überwiegend der Öffentlichkeit zum Schwimmen offenstehen.

Hasenkopf im Frühling von Hoher Leuchte

Auf einer Strecke von sechs Kilometern verläuft entlang des Radwegs an der Lahn der Marburger Planetenlehrpfad. Er wurde 1995 als erster Planetenlehrpfad der Welt eröffnet, der auch blinden Menschen einen Zugang ermöglicht.

Am bewaldeten Schlossberg befindet sich das Naturschauspiel „Küssender Hirsch“, eine natürliche Baumformation, die Ähnlichkeit mit einem jungen Hirsch hat, der zärtlich einen Baum küsst.

Regelmäßige Veranstaltungen

Frühjahr

Ende Februar bzw. Anfang März wird alljährlich vom Ultra Sport Club Marburg der Marburger Lahntallauf ausgetragen. Der 10 km Rundkurs der Strecke dieses Ultramarathons (weitere Distanzen 10 km, Halbmarathon, 30 km und Marathon) führt entlang der Lahn und durch das Cappeler Feld. Bereits mehrmals waren die deutschen Meisterschaften 50 km Straße in diese Veranstaltung integriert.

Mitte März findet in Marburg die Verleihung des „Marburger Kamerapreises“ im Rahmen der Marburger Kameragespräche statt. Außerdem wird vom Hessischen Landestheater Marburg eine Kinder- und Jugendtheaterwoche organisiert.

Am zweiten Aprilwochenende findet der Marburger Frühling in der ganzen Stadt statt. Dafür wird die Universitätsstadt mit Frühjahrsblumen dekoriert. Blumenmädchen verschenken tausende von Blumen an die Passanten und im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags gibt es ein vielfältiges Programm. Ebenfalls am Sonntag finden der Flohmarkt und eine Fahrradbörse in Weidenhausen statt. Außerdem sind verschiedene Kleinkünstler mit Musik, Komik und Akrobatik vertreten.

Ab dem letzten Aprilwochenende findet auf dem Messeplatz für neun Tage die Frühjahrsmesse statt. Am Abend des letzten Apriltages beginnt um Mitternacht das traditionelle Maieinsingen. Der nächste Tag (1. Mai) ist vormittags geprägt durch Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften, am Nachmittag folgt ein Fest.

Anfang Mai findet jährlich das Hafenfest statt.

Am Fronleichnamstag wird vom Kulturzentrum KFZ das A-cappella-Festival Nacht der Stimmen auf der Freilichtbühne im Schlosspark veranstaltet. In der ersten Juniwoche organisiert das Kulturamt Marburg das Kinderfestival Ramba Zamba.

Sommer

Von 1977 bis 2006 sowie 2008 und 2009 fand immer am letzten Freitag im Juni das „Uni-Sommerfest“ auf einem abgesperrten Innenstadtgelände in der Biegenstraße zwischen Hörsaalgebäude und Stadthalle mit fünf Bühnen statt. Nachdem es nun einige Jahre lang kein „Uni-Sommerfest“ gegeben hatte, fanden in den Jahren 2014 und 2015 wieder Sommerfeste statt, allerdings jeweils Ende Mai und am Landgrafenschloss.

Im Juli findet regelmäßig das Stadtfest 3 Tage Marburg (3TM) statt mit sechs Märkten, zehn Bühnen mit 60 Rock- und Pop-Bands sowie 12 Klassik-Ensembles und -Solisten, Freibieranstich, dem Drachenboot-Cup und einem Höhenfeuerwerk auf dem Schlossberg. Ebenfalls im Juli, immer zwei Wochen nach 3TM, beginnt das internationale Kurzfilmfestival OpenEyes Filmfest.

In den Monaten Juli und August bietet die Marburger Sommerakademie Kurse zu Kunst, Theater und Musik an. Der Verein KFZ organisiert Anfang August auch das Straßenfest Summer in the City, während das Kulturzentrum Waggonhalle zwischen Mitte August und Mitte September den Marburger Varieté-Sommer veranstaltet. Im September veranstalten die Weidenhäuser ihr traditionelles Höfefest.

Herbst

Der Herbst wird jedes Jahr am zweiten Wochenende im Oktober mit dem Elisabethmarkt eingeläutet. Er ist die größte im Herbst stattfindende „Open-Air“ – Veranstaltung in Marburgs Innenstadt. Neben einem Rahmenprogramm des Jahrmarktes ist der Sonntag verkaufsoffen. Parallel findet an dem Sonntag auch das Weidenhäuser Entenrennen statt.

Winter

Die Vorweihnachtszeit beginnt in Marburg ab dem Freitag vor dem ersten Advent mit Marburg b(u)y Night.

Marburg b(u)y Night ist ein Städte-Illuminationsprojekt, das seit 2006 in Marburg stattfindet und jährlich mehrere zehntausend Zuschauer anlockt. Am letzten Freitag im November werden über 30 öffentliche Gebäude, Plätze, Sehenswürdigkeiten und Objekte mit Licht- und Videoinstallationen in Szene gesetzt. Unter dem Motto „Lichterglanz und Einkaufsvergnügen“ findet zeitgleich ein verkaufsoffener Freitagabend mit zahlreichen beleuchteten Geschäften, Gaststätten, Hotels sowie Bank- und Privatgebäuden statt.

Marburg b(u)y Night 2015 – Schloss

Am Abend von Marburg b(u)y Night öffnen auch der Adventsmarkt am Rathaus und der Weihnachtsmarkt rund um die Elisabethkirche. Die offizielle Eröffnung beider Märkte findet am darauf folgenden Samstag mit dem Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche und der Bläsermusik im Kerzenschein statt.

Ein besonderes Ereignis zu Beginn eines neuen Jahres war zwischen 1998 und 2007 die Aufführung des Films Feuerzangenbowle von 1944 am letzten Freitag im Januar auf einer Großleinwand auf dem Rathausplatz.

Das MaNo-Festival („Marburg Northampton Poitiers Festival“) wird jährlich Anfang März vom Marburger MusikerInnen Verein organisiert. Drei Tage lang spielen über 60 Bands aus Marburg sowie den Partnerstädten Northampton, Poitiers und Maribor in 15 Marburger Clubs und Kneipen.

Ohne jahreszeitlichen Bezug

Bedingt unter anderem durch die geisteswissenschaftlichen Fachgebiete der Universität wie beispielsweise der Germanistik („Neuere deutsche Literatur und Medien“), gibt es in Marburg auch im Literaturbereich viele Angebote. Neben mehreren literarischen Vereinen mit unterschiedlichen Schwerpunkten finden im „Café Vetter“ jeden Sonntag Veranstaltungen der Vortragsreihe Literatur um 11 statt, regelmäßig findet im KFZ ein Poetry-Slam statt, einmal monatlich des Weiteren das Late-Night-Lesen in der Jazzkneipe „Cavete“ sowie „Punk und Poesie“ in der Oberstadtkneipe „Schlucke“.

Der Marburger Literaturpreis der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf wurde zwischen 1980 und 2005 alle zwei Jahre vergeben. Im Jahre 2006 entschieden der Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf und der Oberbürgermeister der Stadt Marburg, den Preis einzustellen. Stattdessen wolle die Stadt Marburg zukünftig stärker als bisher Kinder- und Jugendliteratur fördern.

Das Chemikum Marburg, kein Museum, sondern eine Art Versuchslabor wurde im Jahre 2005 für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Die Initiative ging von der Universität Marburg aus.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Marburg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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