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Startpunkt:  Münchhausen, Sportplatz
Markierungzeichen: rotes C auf weißem Spiegel
Länge: 16 km
Profil: einige steilere Passagen, mittlere Kondition
Gehzeit: ca. 4 Stunden
Höhenlage: 200 – 380 m üNN
Saison: ganzjährig
Zertifizierung: 61 Erlebnispunkte


Der Burgwald – ein Wandermärchen


Die märchenhafte Route „Extratour Christenberg“, ausgezeichnet zum Wanderweg des Jahres 2004, verbindet die beiden kulturell bedeutenden Highlights des westlichen Burgwalds -die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Mellnau und den keltisch-fränkischen Christenberg. Abenteuerlich schöne, fast märchenhafte Waldlandschaften mit Teichen und Quellen, stille Moos- und Moortäler sowie spektakuläre Aussichtspunkte erwarten Sie auf diesem Weg. Die historisch bedeutsame Burg Mellnau mit Blick bis nach Marburg lädt zum Verweilen ein. Die romanische Kirche mitten im Wald auf dem sagenumwobenen Christenberg ist eine Besichtigung wert. Dort sind auch in einem alten Küsterhaus Ausgrabungsgegenstände aus keltischer und fränkischer Zeit ausgestellt. Durch den Maler Otto Ubbelohde erlangte das Küsterhaus als Hexenhäuschen im Märchen Hänsel und Gretel Berühmtheit. Bei gutem Wetter ist der Ausblick vom 388 m hohen Bergsporn über das Wetschaftstal bis hin zum Sieger- und Sauerland garantiert. Die Tour verbindet naturräumliche Einzigartigkeit im Zusammenspiel mit kulturellen Besonderheiten und bietet eine hohe Erlebnisqualität.

Sehenswürdigkeiten am Weg


1. Münchhausen (Wanderportal)
Das Gebiet der Gemeinde Münchhausen liegt in der Auen- und Hügellandschaft zwischen Rothaargebirge und Burgwald an der Grenze zweier bedeutender geologischer Strukturen, dem Rheinischen Schiefergebirge im Westen und dem Buntsandstein der Hessischen Senke im Osten. 1974 wurde im Rahmen der kommunalen Gebietsreform durch Zusammenschluss der bisher selbständigen Orte Münchhausen, Simtshausen, Niederasphe, Oberasphe und Wollmar die neue Großgemeinde Münchhausen am Christenberg gebildet. Die Großgemeinde zählt rund 3.800 Einwohner. Jeder der Ortsteile hat zwar eine eigene Geschichte, doch schon in der Vergangenheit der Dörfer gab es gemeinsame Berührungspunkte und Zugehörigkeiten. Viele ältere Häuser in den Ortsteilen wurden aus Sandsteinblöcken von der fränkischen Burg auf dem Christenberg erbaut.

2. Blick auf das Wetschaftstal und Ederbergland
Vom Waldrand bietet sich ein herrlicher Blick über das Wetschaftstal und das Ederbergland. Die Wetschaft ist ein 22 km langer weitgehend naturbelassener Zufluss der Lahn. Sie entspringt bei Roda im Burgwald, bildet ab Burgwald-Ernsthausen in südlicher Richtung fließend dessen westliche Begrenzung und durchfließt Münchhausen und Wetter und mündet bei Göttingen in die Lahn. Die Wetschaftsaue begrenzt den Naturraum Burgwald gegen den westlich angrenzenden Ostsauerländer Gebirgsrand. Durch die Wetschaftsaue verlaufen die Burgwaldbahn Marburg-Frankenberg und die Bundesstraße 252.
Das Ederbergland wird durch den naturnahen Verlauf der Eder, idyllische Bachtäler, steile Felsen, ausgedehnte Wälder und Grünländereien geprägt. Viele seltene Tiere und Pflanzen finden hier einen Lebensraum.

3. Riebe Eck
Der Rastplatz Riebe Eck ist nach dem Revierförster Riepe benannt, der im 20. Jahrhundert die Försterei Simtshausen betreute. Die Namensgebung folgt der Tradition, besondere Plätze nach den Namen von Förstern zu benennen. Im hessischen Sprachgebrauch veränderte sich dann schnell der Name Riepe zu Riebe.

4. Burg Mellnau/Mellnau (Infopult)
Im Jahr 1250 war die Burg Mellnau wohl kaum mehr als ein solides Steinhaus. Um Land und Handelsstraßen kontrollieren zu können musste die Burg sicher sein. Im Jahr 1329 wurde sie ausgebaut und ein Bergfried errichtet. Besitzer war der Mainzer Erzbischof, der Mellnau als Amöneburger Außenposten gründete. 1464 wurde sie an die Landgrafen von Hessen verpfändet. Danach setzte der Verfall ein, wobei viele Steinquadern für den Aufbau des Ortes Mellnau mit seinen schönen Fachwerkhäusern verwendet wurden.

5. Mellnauer Kreuz/Roths Börnchen
Auf dem Weg zum NSG Christenberger Talgrund liegt linkerhand eine Quelle, die Roths Börnchen - nach dem Namen eines Waldarbeiters - genannt wird. Ihr abfließendes Wasser begleitet den Wanderweg, bildet wertvolle Teichbiotope und prägt das Kleinklima des Tales. Die unterschiedliche Vegetation auf der linken und rechten Seite des Wanderweges ist hierfür kennzeichnend.

6. Naturschutzgebiet „Christenberger Talgrund“ (Infopult)
Das Besondere des Burgwaldes sind die vermoorten Bachtäler. Sie zählen ökologisch zu den hochwertigsten Standorten Mitteleuropas. Neben der Fähigkeit erhebliche Mengen CO2 zu speichern, sind sie auch Lebensraum einer besonderen Vielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren. Im NSG „Christenberger Talgrund“ sind das u. a. die Torfmoose, zwei Arten des fleischfressenden Sonnentaus und das schmalblättrige Wollgras. Hinzu kommen verschiedene Libellenarten, wie die seltene arktische Smaragdlibelle oder die Torf-Mosaikjungfer.

7. Christenberg
Der Christenberg (388m) bei Münchhausen zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Er gilt als eine der bedeutendsten Stätten früher hessischer Geschichte. Stadtartige, fürstliche Besiedelungen aus keltischer und fränkischer Zeit konnten bei archäologischen Grabungen nachgewiesen werden. Heute noch sichtbare, umfangreiche Wallanlagen schützten den östlichen Teil des sonst steil abfallenden Bergsporns. Ein Rundweg mit Stationen sowie ein kleines Museum erschließen die vergangene Zeit. Die herrliche Aussicht von der Terrasse des Waldgasthauses reicht über das Rothaargebirge, das Siegerland bis zum Sauerland. Historisches Kleinod ist die aus romanischer und gotischer Zeit stammende Martinskirche. Der bekannte Märchenillustrator und Worpsweder Maler Otto Ubbelohde verfiel dem Zauber des Christenberges und nutzte das alte Küsterhaus als Zeichenvorlage für das Hexenhaus in „Hänsel und Gretel“ sowie die Martinskirche für „Aschenputtel“ im Märchenbuch der Gebrüder Grimm. Weitergehende Informationen erhalten sie rund um die Uhr im alten Backhaus.

8. Spiegelteich (Infopult)
Beim Verweilen am Spiegelteich mit einer Erfrischung an der nahegelegenen Bonifatiusquelle kann gleich zwei Mal auf den Christenberg mit der Martinskirche zurückgeblickt werden – einmal auf den Berg selbst, zum anderen auf die Spiegelung im Teich. Der Maler Otto Ubbelohde illustrierte den Eisenhans im Spiegelteich als Motiv zum gleichnamigen Brüder Grimm Märchen. In unmittelbarer Nähe des Spiegelteiches befinden sich vorgeschichtliche und mittelalterliche Ortswüstungen, von denen eine Thalhausen genannt wurde.

Weitere Informationen:
Burgwald Touristservice
Marktplatz 1
35083 Wetter
Tel: 06423-8270
Fax: 06423-8221
E-Mail: E-Mail
Internet: www.burgwald-touristservice.de  

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